|
|
An unserem Institut
(Publizistik und Kommunikationswissenschaft) gibt es viele StudentInnen,
die Angst haben. Vor den Medien, vor den Professoren, vor den Prüfungen,
vor der Regierung, vor den Studiengebühren, vor der GIS, vor
h&m.
Wir wollen über unsere Angst schreiben. vielleicht hilft das...
Brüder
und Schwestern schreibt an: suppenpuppe@gmx.net
Wir wollen vorerst
unerkannt bleiben, bitte, wir haben so richtig Angst!
The fear is near.
|
|
|
als
mir die angst noch nicht im nacken saß
ich laufe immer
der 49er straßenbahn entgegen. dabei muss ich über zwei
zebrastreifen gehen, die sich zudem noch auf einer kreuzung befinden.
bis ich dann bei der haltestelle bin, schließt der bimfahrer
dann meistens die tür und lässt mich draussen stehen.
diese satistische ader dieser menschen verabscheue ich. deshalb
habe ich mich vor lauter zorn das letzte mal vor die bim geworfen,
und der olle fahrer konnte dann nicht wegfahren. ich bin dann länger
liegen geblieben und als der fahrer ausgestiegen ist um mich aufzuheben,
habe ich die gunst der stunde genutzt und bin durch die offene türe
in die bim gehuscht. noch ehe der fahrer einsteigen konnte, habe
ich die türen geschlossen und habe ihm ein satistisches grinsen
geschenkt. ich bin dann weitergefahren und weiter, und habe an jeder
haltestelle immer ganz artig gewartet, bis alle leute in der bim
waren.über den lautsprecher habe ich coole reagge musik ertönen
lassen und zum schluss habe ich ihnen von helge schneider "we
are the firefuckers" vorgespielt. man weiß, ein paar
wird es immer geben, die sich aufregen. aber der große teil
der leute war glücklich darüber. als wir dann schließlich
in der endstation beim volkstheater angekommen sind, habe sie alle
gesungen "we are se firefuckers" und weil die crew richtig
gut drauf war sind wir dann ins parlament gegegangen und haben schüssel
und co unser firefuckerlied vorgesungen. wir haben gesagt, sie alle
sollen sich doch ein loch ins knie bohren, und wir haben ihm auch
gesagt, dass es uns scheißegal ist, dass sie diese pensionsreform
beschließen. und wir haben nicht nur gesagt, dass es uns scheißegal
ist, es war uns zu diesem zeitpunkt auch scheißegal. heute
würden wir das nie wieder tun. wir haben angst.
|